lecker ∙ glutenfrei ∙ kuhmilchfrei ∙ gesund ∙ saisonal

Rezepte, Fotos und Gedanken aus meiner Küche.









Sonntag, 29. März 2009

Aprikosen-Rührkuchen

















Vor ein paar Tagen habe ich mir eine neue Backform gekauft, die unbedingt eingeweiht werden muss.

















Mit dem Rezept für diesen Aprikosen-Rührkuchen habe ich lange gekämpft.
Ich wusste genau, wie der Kuchen aussehen und schmecken sollte, schön goldgelb und fruchtig, aber irgendwie habe ich lange tüfteln müssen.
Den ersten Versuch durfte ich in Brocken aus der Form kratzten. Gut, dass ich nicht aufgegeben habe, oder?
Ja, okay, es ist kein kalorienarmer Kuchen, aber allein der köstlich fruchtige Duft, der beim Backen das ganze Haus durchzieht, ist die Sünde wert. Ein kleines Stückchen zum Nachtisch mit etwas warmen Obstkompott ist ein echter Genuss (aber Kompott mit Stücken, nicht fein passiert! Rhabarber zum Beispiel passt gut. Oder Birne. Je nach Jahreszeit.).
Mir schmeckt der Kuchen auch zu einer Tasse Tee.


Aprikosen-Rührkuchen

125g Margarine
150g Rohrohrzucker, extra fein
4 mittelgroße Eier
1 Bio-Orange
75g gemahlene Mandeln
100g Reismehl (Asialaden oder Reformhaus)
40g Kartoffelstärke
40g Maisstärke
1 TL Weinstein-Backpulver
½ TL Xanthan oder Guarkernmehl
75g getrocknete Aprikosen

Den Backofen auf 160°C Umluft vorheizen.
Eine Gugelhupf-Form einfetten. Eine mittlere Kastenform oder eine kleine Springform gingen auch.

Die Aprikosen sehr klein hacken, am besten in der Küchenmaschine.

Die Bio-Orange heiß abwaschen und etwas Schale abreiben, etwa ½ TL.
Den Saft auspressen.

Die Margarine mit dem Zucker schaumig schlagen.

Nach und nach die Eier zur Margarine-Zucker-Masse geben und den Orangenabrieb unterrühren.

In einer zweiten Schüssel Mehl, Stärke, Backpulver und Xanthan mit den Mandeln vermischen.
Die Mehl-Mandelmischung in kleinen Portionen langsam unter die Teigmasse rühren.

Dann esslöffelweise nur so viel Orangensaft zum Teig geben, bis er die Konsistenz eines weichen Rührteigs hat. Bei mir waren das etwa 80ml.
Zum Schluss die klein gehackten Aprikosen unterheben und den Teig in die vorbereitete Form füllen.

Den Kuchen 50 Minuten backen, dann zum Testen einen dünnen Metall- oder Holzspieß in den Kuchen stechen: wenn am Spieß kein Teig kleben bleibt, ist der Kuchen fertig. Fertigen Kuchen noch ein paar Minuten in der Form auf einem Kuchengitter stehen lassen, dann stürzen.


























Mittwoch, 25. März 2009

Reis-Linsen-Quinoa-Salat

















Nach all den süßen Rezepten brauche ich jetzt etwas Herzhaftes. Und gesund darf es auch sein. Salat zum satt werden fällt mir da ein. Mit Reis und Gemüse. Oder Linsen? Oder doch lieber Quinoa? Am besten mit allem zusammen.

Quinoa gehört zu meinen Neuentdeckungen, seit wir glutenfrei leben. Quinoa ist eigentlich kein Getreide, kann aber (ähnlich Amaranth) wie Getreide verwendet, also zu Mehl vermahlen oder wie Reis gekocht werden. Es enthält außergewöhnlich viel Eiweiß und ist sehr mineralstoffreich (Magnesium, Eisen).
Wichtig ist es, Quinoa vor dem Kochen unter fließend heißem Wasser zu spülen, damit die für den menschlichen Darm schädlichen Saponine, die in der Samenschale enthalten sind, abgelöst werden.

Reis-Linsen-Quinoa-Salat

125g roten Camargue-Reis, ersatzweise Vollkornreis
75g Beluga-Linsen
75g Quinoa
Gemüsebrühe
1 rote Paprikaschote
½ grüne Paprikaschote
½ gelbe Paprikaschote
2 Frühlingszwiebeln
1 Bund glatte Petersilie
Salz, frisch gemahlener Pfeffer
4 EL kaltgepresstes Pflanzenöl, ich habe mildes extra natives Olivenöl genommen
2-3 EL Rotweinessig (nach Geschmack)

evtl. 125g Manouri-Käse (milder griechischer Schafs-/Ziegenmolkenkäse, wer den verträgt, sonst weglassen oder eventuell durch Tofu ersetzen)

Reis, Quinoa und Linsen getrennt jeweils gründlich in einem Sieb spülen und nach Angaben auf der Packung kochen. Ich weiß, das sind 3 Töpfe, die man spülen muss, aber der Aufwand muss wahrscheinlich sein, denn alle drei haben unterschiedliche Garzeiten, und matschigen Reis oder harte Linsen will wohl keiner.

Linsen sollten nur in ungesalzenem Wasser gekocht werden, da sie sonst nicht gar werden. Quinoa koche ich meistens in einer leichten Gemüsebrühe und Reis einfach in leicht gesalzenem Wasser, dabei kommt 1 Teil Reis auf 2 Teile Flüssigkeit.

Linsen abgießen, Reis und Quinoa im Topf etwas ausdampfen lassen und mit einer Gabel auflockern. Abkühlen lassen.
Paprikaschoten waschen und in kleine Würfel schneiden. Frühlingszwiebeln säubern und in feine Ringe schneiden.
Petersilie waschen und hacken.

Aus Öl und Essig, Salz und Pfeffer eine Vinaigrette herstellen.

In einer großen Schüssel alle Zutaten miteinander vermengen und den Salat anschließend abschmecken. Eventuell Manouri-Käse drüberkrümeln.
Meine Kinder und mein Mann lieben diesen Salat. Und ich sowieso.
Tipp: Der Reis-Linsen-Quinoa-Salat eignet sich auch gut zum Mitnehmen. Er hält sich im Kühlschrank etwa 2 Tage.

Dienstag, 24. März 2009

Popcorn



















Als Kind besaß ich eine Popcornmaschine. Sie war beige, mit einem Deckel aus transparentem Kunststoff, klein und überflüssig. Ich habe keine Ahnung, wieso meine Mutter ausgerechnet meinem Wunsch nach einer Popcornmaschine nachgegeben hat. Bei uns war Popcorn nicht mal sonderlich beliebt. Auch kann ich mich leider nicht mehr daran erinnern, ob ich die Maschine oft benutzt habe, aber mir steckt noch der Geruch nach meinem ersten Versuch in der Nase: eine Mischung aus verbranntem Mais und billigem Elektrogerät.
Popcorn habe ich jahrelang nicht mehr gegessen.

Nicht nur wegen des ekligen Geruchs meiner Kindheitserinnerung, sondern auch weil mir Süßes nie viel bedeutet hat. Kuchen war und ist die Ausnahme, den habe ich immer gern gegessen. Aber sonst keine Süßigkeiten. Im Kino hätte ich lieber Chips statt Popcorn gegessen, aber mein Budget war knapp und ich bin leidenschaftlich gern und regelmäßig ins Kino gegangen. Auf zusätzliche Ausgaben wie für Snacks und Cola habe ich verzichtet.


Wiederentdeckt und überhaupt für mich entdeckt habe ich Popcorn erst, als ich mit meinen Kindern auf Libori, so heißt das größte Paderborner Volksfest, gegangen bin und beide Hunger bekamen. Normalerweise habe ich immer ein paar glutenfreie Kekse oder Reiswaffeln in der Tasche, aber an dem Tag eben nicht.
Was kann man auf einer Kirmes essen ohne Gluten und ohne Milch? Nichts, dachte ich erst, aber dann ist mir glücklicherweise Popcorn eingefallen. Kein besonders wertvoller Beitrag zu einer gesunden Ernährung aber nach wie vor nur aus Mais, Zucker und Fett. Über die Art Fett, die für Kirmes-Popcorn verwendet wird, möchte ich mich an dieser Stelle gar nicht auslassen, denn inzischen mache ich Popcorn ja wieder selbst. Popcorn zu machen ist unglaublich einfach.

Popcorn
50g Popcorn-Mais (Puffmais)

1 EL Pflanzenöl oder Ghee (ayurvedisches Butterschmalz, schmeckt schön buttrig, ist frei von Milcheiweiß!)

2 EL Rohrohrzucker (oder mehr)


Superlecker schmeckt auch Ahornzucker, doch den bekommt man nicht überall und er ist außerdem ziemlich teuer. Aber köstlich...

Ghee in einer hohen Pfanne oder einem Topf (unbedingt mit passendem Deckel !!, am besten aus Glas, damit die Kinder zuschauen können) heiß werden lassen, Maiskörner einstreuen und Deckel schnell auflegen.

Warten bis alle Maiskörner gepoppt sind, Pfanne vom Herd nehmen, dann erst den Deckel öffnen (nicht zu lange warten, denn sonst brennt´s an) und Zucker über das Popcorn streuen. Sofort mit einem Kochlöffel umrühren und verteilen. Im Idealfall ist das Popcorn noch so heiß, dass der Zucker sofort karamellisiert.

Wer mag, kann natürlich auch etwas Salz statt Zucker nehmen.



Tipp für den Kindergeburtstag:
Vorher ein paar schöne Tütchen (z.B. weiß, mit roten Punkten bemalt) basteln und kleine Portionen in kleine Hände verteilen

Dienstag, 17. März 2009

Heidelbeerkuchen mit Mandeln




Das Rezept stammt im Original aus dem gerade erst auf Deutsch erschienenen Kochbuch „Vive la France! Das Kochbuch“ von Stéphane Reynaud. Wie es treffend auf dem Klappentext heißt: „Ein Buch zum Schmökern und Schlemmen!“, denn Reynaud hat Rezepte aus allen französischen Provinzen gesammelt und sie zusammen mit den Portraits der dortigen Metzger, Bäcker, Bauern und Hausfrauen und einigen liebevoll gestalteten Produktinformationen niedergeschrieben. Wirklich schön, auch wenn sich nicht jedes Rezept für die gluten- und kuhmilchfreie Küche eignet. Muss auch nicht, die Ideen für meine Küche kommen mir meistens, wenn ich in schön gestalteten und natürlich ansprechend fotografierten Kochbüchern blättere. Blättern stimmt nicht ganz, denn eigentlich lese ich jedes Kochbuch, das ich in die Finger bekomme, wie einen Roman von der ersten bis zur letzten Seite.

Ehrlich, ich bin süchtig nach Kochbüchern, finde aber, dass es Schlimmeres gibt. Oder?

Meistens koche ich jedoch gar nicht nach Rezept, sondern folge unseren mehr oder weniger spontanen Gelüsten und schaue dann, was Vorrat und Kühlschrank hergeben, oft in Verbindung mit einer Erinnerung an ein irgendwo gelesenes Rezept (welches ich natürlich nie finde, wenn ich es brauche, was der Nachteil an meiner riesigen Kochbuchsammlung ist).
Wenn ich einkaufe, habe ich selten einen Einkaufszettel dabei, meistens, weil ich zu unorganisiert bin, aber auch weil ich gern schaue, welches Gemüse oder Obst mich gerade besonders anspricht. Dabei achte ich darauf, möglichst regional und nach Saison zu kaufen, was aber natürlich nicht immer gelingt.
Um mich aber doch noch ein wenig selbst zu loben: Ich habe einen wirklich gut organisierten Vorratsschrank, einen großen und gut sortierten Gefrierschrank gefüllt mit Gemüse, Kräutern, Fisch, Garnelen, Hähnchenbrust und Obst für alle Fälle. Ich friere auch vieles selbst ein. Selbstgebackene Kuchen, Muffins, Waffeln, Scheiben meines Buchweizenbrots, selbstgekochte Hühnerbrühe, Saucen, selbstgemachte Kompotte und vieles mehr. Alles gut beschriftet und mit Datum versehen, denn auch im Gefrierschrank ist vieles nur begrenzt haltbar. Glutenfreies Brot z.B. schmeckt nach 3 Wochen im Gefrierschrank nicht mehr so gut.

Mit einem gut sortierten Vorrat und einem sinnvoll gefüllten Kühl- und Gefrierschrank lässt sich jederzeit ein gutes gluten- und kuhmilchfreies Essen zubereiten, ohne das man erst noch fünf verschiedene Läden ansteuern muss, um für ein einfaches Abendessen alle Zutaten zu beschaffen.
Denn seit wir die gfcf-Diät machen, kann ich nicht mehr mal eben zum Supermarkt fahren und dort alles einkaufen. Wie ihr wahrscheinlich aus eigener Erfahrung wisst, sind gerade die Zutaten für das glutenfreie Backen nicht überall zu bekommen. Und wenn man dann noch den Anspruch hat, möglichst naturbelassen und regional zu essen, ist es wirklich nicht mit einem kurzen Sprung in den Supermarkt getan.
Insofern erfordert die gfcf-Küche wirklich einen größeren organisatorischen und logistischen Aufwand. Und mehr Zeit.
Ich hoffe, ich kann in diesem Blog mit meinen Rezepten und Tipps dazu beitragen, dass meine Leserinnen und Leser nicht wie ich den halben Tag mit Einkaufen und Küchenexperimenten verbringen, sondern mehr Zeit zum Genießen haben.
Genießen, mein Stichwort:

Ich habe das Rezept von Stéphane Renaud natürlich modifiziert. In meiner Version ist es gluten- und kuhmilchfrei, außerdem etwas weniger süß.
Ein tolles Dessert für Gäste! Dann reicht der Kuchen (eigentlich ist es ja eher eine Tarte) für 6 Personen.


Für den Boden zunächst einen Zuckerteig zubereiten:

125g gfcf-Margarine
70g feiner Rohrohrzucker, eventuell in Küchenmaschine fein mahlen
50g gemahlene Mandeln
1 Ei (KL L)

125g Vollkorn-Reismehl
75g Hirsemehl
50g Maisstärke
1 TL Guarkernmehl


Die Mehle mit der Stärke und dem Guarkernmehl mischen.
In einer zweiten Schüssel die weiche Margarine mit dem Zucker und den Mandeln verrühren. Das Ei zugeben und nach und nach die Mehlmischung unterrühren.

Der Teig ist weicher als ein normaler Mürbeteig.
Teig zu zwei Kugeln formen und mindestens für 30 Minuten in Folie gewickelt in den Kühlschrank stellen.


Heidelbeerkuchen mit Mandeln

ca. 250-300g Zuckerteig (eine Kugel, siehe oben)

50g gemahlene Mandeln
50g gemahlene Haselnüsse
80g feiner Rohrohrzucker
100g gfcf-Margarine (z.B. Deli Reform)
2 Eier
180g Heidelbeeren (ich habe Tiefkühl-Wildheidelbeeren genommen)
60g Mandelblättchen (nach Belieben)

Den Backofen auf 170°C Umluft vorheizen.

Die Teigkugel (also die Hälfte der oben angegebenen Zuckerteig-Menge) in eine leicht gefettete Tarteform (30cm Durchmesser) drücken. Ich habe mit einer kleinen Teigrolle nachgeholfen, die man zum ausrollen von Pizzateig benutzt. Falls der Teig zu sehr klebt, noch etwas Reismehl draufstreuen.

Die Mandeln und Haselnüsse, falls noch nicht gemahlen, zusammen mit dem Zucker in einen Mixer geben und fein mahlen. Die Haselnüsse können durch Mandeln ersetzt werden, falls eine Allergie oder Unverträglichkeit besteht.
Die Margarine zerlassen und mit den Eiern zur Nuss-Zucker-Mischung geben.
Anschließend die Heidelbeeren (nicht aufgetaut) vorsichtig unterziehen.

Die Heidelbeermischung auf dem Teigboden verteilen und den Kuchen in den vorgeheizten Ofen stellen und 30 Minuten backen. Mein Backofen braucht immer etwas länger, also einfach schauen, wie der Kuchen aussieht. Lecker in jedem Fall.

Die Mandelblättchen auf dem Kuchen habe ich weggelassen, wie man sieht. Meine Kinder mögen alles lieber pur und ohne Verzierungen. Kleine Stückchen von Nüssen oder Trockenfrüchten im Kuchen stören einfach. Warum auch immer.

Ich habe aber sowieso selten gemahlene Mandeln, Mandelblättchen oder gemahlene Haselnüsse im Haus, denn ich mahle Kerne und Nüsse lieber selbst.
Gemahlene Nüsse werden wegen ihres hohen Ölgehalts schnell ranzig. Ich kaufe Nüsse immer möglichst frisch, lagere sie im Kühlschrank (luftdicht verpackt) oder sogar im Gefrierschrank und mahle dann immer nur die Menge, die ich gerade benötige.

Die zweite Hälfte bzw. Kugel vom Zuckerteig habe ich gut verpackt eingefroren.
Mal sehen, was mir dazu demnächst einfällt.

Donnerstag, 12. März 2009

Bananenkuchen

















Ihr werdet euch fragen, warum ich schon wieder ein süßes Rezept präsentiere. Das hat mehrere Gründe. Zum einen ist es bei uns im Pfälzerwald immer noch winterlich kalt und nass. Der Duft von frischgebackenem Kuchen, der das ganze Haus mit wohliger Wärme durchzieht, tröstet ein wenig über mangelnde Sonnenwärme hinweg. Der Frühling lässt dieses Jahr wirklich auf sich warten.
Zum anderen ist gemeinsames Backen für Kinder eine schöne und sinnvolle Beschäftigung an regenreichen Nachmittagen. Und mir macht es riesigen Spass, auch wenn hinterher die ganze Küche mit einer weißen Schicht aus Stärke und glutenfreiem Mehl überzogen ist.

Und es gibt noch einen weiteren Grund für die vielen Backrezepte:

Als wir angefangen haben, uns gluten- und kuhmilchfrei zu ernähren, war der schwierigste Schritt die Umstellung auf glutenfreies Backen. Ich konnte immer schon ganz gut backen, aber ohne Weizenmehl zu backen, ist eine echte Herausforderung. Am Anfang habe ich mehr weggeworfen als gegessen. Ehrlich, ein Alptraum, wenn man darauf angewiesen ist, seiner Familie und insbesondere seinen Kindern ein gesundes, allergenarmes und vor allem leckeres Essen zu bereiten.

Glücklicherweise essen meine Kinder nicht viel Süßes, sonst hätten wir zu Beginn der Diät ein echtes Problem gehabt. Ein leckeres gluten- und milchfreies Mittagessen ist schnell zubereitet, aber Kuchen und vor allem Brot braucht Zeit und Übung.

Um euch all die Misserfolge und den damit verbundenen Frust zu ersparen, gebe ich hier meine Backgeheimnisse preis.



Bananenkuchen habe ich vor ein paar Jahren auf einer Reise in die USA für mich entdeckt. Und so richtig gut schmeckt er mir eigentlich erst, seit ich ihn selbst backe – glutenfrei und weniger süß als die amerikanische Variante. Eigentlich könnte ich also den amerikanischen Namen „Bananabread“ wörtlich nehmen und meinen Kuchen Brot nennen.


Egal wie, der Bananenkuchen schmeckt getoastet zum Frühstück mit etwas Margarine oder Nussmus (Mandel, Erdnuss, Cashew, Sonnenblumenkerne – je nachdem, was vertragen wird) und Marmelade bestrichen oder nachmittags zu einer Tasse Tee einfach lecker.
Man kann natürlich den Teig noch mit gehackten Walnüssen, Pekannüssen, getrockneten Datteln, Rosinen oder gehackter Schokolade anreichern, aber meinen Kindern schmeckt der Kuchen ganz pur am besten.


Bananenkuchen

125g gluten- und milchfreie Margarine
100g Agavendicksaft
2 Eier
350g reife Bananen, zerdrückt
½ TL gemahlene Vanille
½ TL gemahlenen Zimt
1 Prise Salz
200g Vollkorn-Reismehl
50g helles Teffmehl (Reformhaus)
1 TL Weinstein-Backpulver
¾ TL Natron
3 EL warme Reismilch

Den Backofen auf 160°C Umluft oder 175°C Ober- und Unterhitze vorheizen.

Eine 30cm lange Kastenform gut einfetten.

Margarine mit Agavendicksaft in einer Schüssel cremig schlagen. Die Eier dazugeben und weiter schlagen. Das geht am besten mit dem Handrührgerät oder in einer Küchenmaschine. Die zerdrückten Bananen, gemahlene Vanille, Zimt und die Prise Salz zugeben.

In einer zweiten Schüssel Reismehl und Teffmehl mit dem Backpulver vermischen und unter die Teigmasse rühren.
Die Reismilch leicht erwärmen und mit dem Natron verrühren und ebenfalls dazu geben.

Den Teig in die vorbereitete Kastenform füllen und glatt streichen. Ab in den Ofen für ca. 50 Minuten.
Garprobe mit einem Holzstäbchen machen. Bleibt Teig am Stäbchen kleben, ist der Kuchen noch nicht fertig gebacken.
Fertigen Kuchen auf ein Gitter stürzen und abkühlen lassen.

Ich backe Bananenkuchen meistens dann, wenn ich ein paar überreife Exemplare in meiner Obstschale liegen habe.
Reife oder fast überreife Bananen lassen sich aber auch gut einfrieren.
Dazu die Bananen schälen und zerdrücken oder in Scheiben schneiden und schnell in Gefrierbeutel geben. An der Luft werden die Bananen sofort braun und unappetitlich.
Ein paar Spritzer Zitrone schaden nicht.
Für den nächsten Kuchen oder ein anderes Rezept mit Bananen wie z.B. Bananapancakes (Rezept folgt) die gefrorenen Bananen einfach in dem Gefrierbeutel auftauen lassen und sofort verarbeiten.

Montag, 9. März 2009

Waffeln

















Ab und zu bekomme ich nachmittags so richtig Heißhunger auf Waffeln. Meine Kinder muss ich dann nicht lange überzeugen. Waffeln backen wir drei in Rekordgeschwindigkeit und essen sie ausnahmsweise gleich im Stehen in der Küche. Noch warm und köstlich duftend.

Da wir wirklich öfter Waffeln backen, habe ich schon mehrere gute gluten- und milchfreie Rezepte ausprobiert, die ich natürlich niemandem vorenthalten möchte. Aber eins nach dem anderen.



Dieses Rezept für Herzwaffeln mit Birnenmus im Teig gehört zu meinem Standardrepertoire.


125g gluten- und kuhmilchfreie Margarine
3 EL Rohrohrzucker
2 Eier
125g Birnenmus (fertiges Birnenkompott „Birne pur“ gibt es z. B. als Babykost im Gläschen), ersatzweise Apfelmus
100g Vollkorn-Reismehl
75g Mais- oder Pfeilwurzelstärke
50g Kartoffelstärke
1 TL Guarkernmehl
Prise Salz
½ TL fein abgeriebene Zitronenschale von einer heiß abgewaschenen Biozitrone
Etwa 200ml Reismilch, Soja- oder Mandelmilch, evtl. mehr

Die Margarine mit dem Handrührgerät cremig schlagen, die Eier und den Zucker zugeben und weiter schlagen, bis eine schaumige Masse entsteht. Das Birnen- oder Apfelmus und den Zitronenabrieb unterrühren.
In einer Schüssel die Mehle mit dem Guarkernmehl und dem Salz mischen. Die Mehlmischung abwechselnd mit der Reismilch zum Teig geben. Nur noch kurz rühren. Bei Bedarf etwas mehr Flüssigkeit zugeben.
Waffeln in gefettetem Waffeleisen goldbraun ausbacken, auf einem Gitter etwas auskühlen lassen und mit Puderzucker bestäuben.

Hinweis:
Glutenfreie Waffeln lassen sich gut einfrieren und im Toaster aufbacken. Sie schmecken dann wie frisch aus dem Waffeleisen.

Die im Rezept erwähnte Pfeilwurzelstärke eignet sich für dieses Rezept sehr gut. Waffeln und Pfannkuchen werden mit Pfeilwurzelstärke außen knusprig, bleiben aber innen noch leicht feucht – so wie sie schmecken sollen.

Sonntag, 8. März 2009

Die Rindfleischsuppe meiner Schwiegermutter

Oma Irmgard kocht die beste Rindfleischsuppe, die ich bisher gegessen habe. Sie hat natürlich kein Rezept dafür und behauptet auch, man brauche keins, denn es komme nur darauf an, eine wirklich große Menge gutes, fettes Rindfleisch und ein paar Knochen zu nehmen. Und ganz viel Petersilie.
Hier eine Annäherung.


Rindfleischsuppe ohne Rezept

Unmengen an Rinderknochen und Saftrippe, mehr Fleisch als Knochen, insgesamt mehrere Kilo!
ein Bund Staudensellerie, grob zerkleinert
2 Stangen Lauch, in grobe Stücke geschnitten, ohne das ganze Grün
3 große Möhren, in Stücken
2 Bund Petersilie, einfach so
Kein Lorbeerblatt, keine Zwiebel, kein Pfeffer, nix weiter.

Alles in einen riesigen Topf schichten. Mit kaltem Wasser auffüllen, bis fast alles bedeckt ist.
2 ½ Stunden sanft kochen lassen.

Gemüse aus der Suppe nehmen, wegwerfen.
Knochen wegwerfen.
Fleisch aus der Suppe nehmen und auf einen großen Teller legen.

Jetzt erst die Suppe salzen, aber kräftig. Abschmecken, …ach wie gut!
Eventuell noch durch ein Sieb in einen zweiten riesigen Topf gießen (aber wer hat den schon).

Fleisch vom Fett befreien und das Fett wegwerfen, falls kein dicker Hund namens Max in der Familie lebt.
Fleisch kleinschneiden und wieder zur Suppe geben.

Wahrscheinlich bleibt bei der Menge etwas Suppe übrig: einfrieren für schlechte Zeiten!


Und dann kommen nur noch die drei unten aufgeführten Einlagen in die Suppe, sonst nichts! Schmeckt gigantisch gut.


Schwiegermamas Suppeneinlagen:
(und wehe, es fehlen mal die Markklößchen)

- weißer Reis, gekocht
- Markklößchen, selbstgemacht aus Rindermark (die ausgelösten Markknochen kommen gleich zu Beginn mit in die Suppe!), glutenfreiem Paniermehl, kleingehackter Petersilie, Salz, Muskat…dafür hat sie natürlich auch kein Rezept.
- Eierstich (aus Eiern, Wasser, Salz und Muskat), gewürfelt

Meine Schwiegermutter tischt die Suppe sonntags als ersten Gang auf. Ich bin danach meistens schon satt. Leider, denn der zweite Gang ist mindestens genauso gut.

Randbemerkung: Ich lasse die Suppe über Nacht im Kühlschrank stehen und nehme am nächsten Tag das Fett ab. Wie Oma Irmgard das macht, traue ich mich nicht zu fragen. Ich fürchte aber, sie lässt das Fett in der Suppe, denn bei ihr schmeckt die Rindfleischsuppe noch viel besser als bei mir…
Und noch was: ein ansprechendes, ehrliches Foto ist mir bisher noch nicht gelungen. Ich muss die Suppe demnächst mal in ihrer natürlichen Umgebung, dem Esszimmer meiner Schwiegermutter fotografieren, in gemusterten Suppentassen, wie nur Omas sie besitzen. Mit einem viel zu großen und viel zu schweren Silberlöffel daneben und der Verwandtschaft drumherum.

Aus weißen Designer-Suppentellern schmeckt sie auch nicht so gut.

Sonntag, 1. März 2009

Marmorkuchen

















Marmorkuchen, DER Lieblingskuchen meiner Kinder. Immer schon. Früher mit Weizenmehl, heute mit einer glutenfreien Mehlmischung.
Wenn am Geburtstag eines Familienmitglieds kein Marmorkuchen auf dem Frühstückstisch steht, ist die Enttäuschung riesig. Aber ich habe es bisher glücklicherweise fast immer geschafft, am Abend vorher noch zu backen.

Die ersten Versuche vor fast zwei Jahren waren allerdings kläglich.
Nie werde ich vergessen, wie eine Bekannte von mir beim Geburtstagskaffee mit Genuss in ein Stück meines ersten glutenfreien Marmorkuchens biss und angewidert meinte, er schmecke wie Vogelfutter. Ich konnte tagelang an kaum etwas anderes denken als an Trill, das Vogelfutter aus der Fernsehwerbung (gibt es das eigentlich noch?) und wollte Marmorkuchen schon im Ordner der „werde-ich-wohl-nie-wieder-backen-Rezepte“ ablegen, aber dann hat mich doch der Ehrgeiz gepackt.

Der angebliche Vogelfutter-Geschmack kommt meiner Meinung nach vom Maismehl. Kleinste Anteile Maismehl schmeckt man heraus, besonders wenn der Kuchen bereits einen Tag alt ist. Ich mag Mais und auch viele Gerichte und Kuchen mit Mais sehr gern, doch ich möchte nicht, dass alles nach Mais schmeckt, nur weil ich glutenfrei esse. In den meisten bei uns erhältlichen glutenfreien Mehlmischungen ist Mais in Form von Stärke und oder Mehl enthalten. Warum eigentlich? Es gibt doch einige Alternativen.
Aber egal, wären die glutenfreien Supermarkt-Produkte köstlich, hätte ich hier nicht mehr so viel zu backen, schreiben und fotografieren.
Ich brauche inzwischen aber die tägliche glutenfreie Herausforderung in der Küche. Ehrlich, mir würde was fehlen.

Marmorkuchen
Rezept für eine kleine Kastenform

Den Backofen auf 160°-170°C Umluft vorheizen.
Backform einfetten und mit Backpapier auslegen.

125g Margarine
125g Rohrohrzucker
1 Päckchen Vanillezucker (nur echte Vanille! Kein Vanillin)
3 Eier (Kl L)
1 Prise Salz
150g Reismehl, diesmal kein Vollkorn
50g Kartoffelstärke
25g Tapiokastärke (Asialaden)
1 TL Guarkernmehl
½ Päckchen Weinstein-Backpulver
80 ml Reismilch oder Sojamilch

1 gehäufter EL Kakaopulver, ungesüßt
1 TL Rum, nach Belieben

Die Margarine mit dem Rohrohr- und dem Vanillezucker cremig schlagen. Die Prise Salz und nach und nach die Eier dazugeben. Rühren, bis eine schaumige Masse entsteht. Das geht am besten mit dem Handrührgerät.

Das Reismehl mit der Stärke, dem Backpulver und dem Guarkernmehl in einer seperaten Schüssel mischen, dann esslöffelweise abwechselnd mit der Reismilch zum Teig geben.
Nicht mehr so kräftig rühren.

Etwa zwei Drittel des Teiges in die vorbereitete Form füllen, das restliche Drittel mit dem Kakaopulver (und dem Rum, wenn gewünscht) verrühren. Damit keine Klümpchen entstehen, siebt man das Kakaopulver am besten auf den Teig und verrührt dann langsam.
Die dunkle Teigmasse nun auf die helle in die Form füllen und mit einer Gabel leicht unterziehen, damit der Marmoreffekt entsteht.

Den Kuchen im vorgeheizten Ofen etwa 45 Minuten backen.
Ich mache bei Kuchen grundsätzlich eine Garprobe mit einem Holzstäbchen: Bleibt noch Teig am Stäbchen kleben, wenn ich damit in die Mitte des Kuchens steche, lasse ich ihn noch ein paar Minuten im Ofen.

















Der Kuchen hält sich mit Folie abgedeckt etwa 3 Teige. Er sollte jedoch nicht zu warm stehen.
Ich friere den Marmorkuchen stückchenweise in Gefrierbeuteln ein und habe so immer einen kleinen Vorrat an Kuchen im Haus. Aufgetaut schmecken die einzelnen Stücke wie frisch.